OT & Automation

VLSM berechnen: Eine neue Maschinenzelle mit OT Subnet Calculator

Eine neue Maschinenzelle bekommt ein /24, aber darin sollen vier Segmente unterschiedlicher Größe Platz finden. Gleichzeitig bringt der Maschinenlieferant einen Fernwartungszugang mit, dessen Netz niemand geprüft hat. Für genau diese Planung nutze ich den OT Subnet Calculator, den ich selbst entwickle. In diesem Artikel rechne ich das Beispiel komplett durch: VLSM-Aufteilung, Überschneidungsprüfung und Dokumentation im IPAM.

Das Wichtigste in KürzeBeim VLSM teilst du ein Netz in Teilnetze unterschiedlicher Größe, das größte zuerst, damit jedes Teilnetz an einer passenden Grenze beginnt. Rechne das Gateway in die Gerätezahl ein. Im Beispiel wird 10.20.64.0/24 zu einem /26, einem /27 und zwei /28; die obere Hälfte bleibt Reserve. Vor der Inbetriebnahme gehört jedes fremde Netz, etwa das der Fernwartung, in den Overlap Check.

Die Ausgangslage

Im IP-Adressplan für eine Produktionslinie habe ich jeder Linie ein /20 gegeben. Folgt man diesem Schema, erhält Linie 4 den Bereich 10.20.64.0/20, also 10.20.64.0 bis 10.20.79.255. Dort bekommt jede Zelle ein volles /24. Das ist bequem, solange Platz ist. In der Praxis ist er manchmal knapp, und dann müssen mehrere Segmente in ein /24 passen. Genau dafür gibt es VLSM, Variable Length Subnet Masking.

Linie, Zelle, Adressen und Gerätezahlen sind Beispielwerte. Zelle 1 der neuen Linie soll vier Segmente erhalten. Die Zahlen enthalten bereits die Reserve:

  • Steuerung und Feldgeräte: 50 Geräte
  • Bildverarbeitung: 20 Geräte
  • Linienrechner und Datensammler: 10 Geräte
  • Netzwerkmanagement: 6 Geräte
Startseite des OT Subnet Calculator mit Schnellstart zu Subnetz anzeigen, Overlap Check, Präfixvergleich und IPAM
Der Schnellstart führt zu Subnetzanzeige, Overlap Check, Präfixvergleich und IPAM.

Schritt 1: Anforderungen eintragen

Im VLSM-Planer wähle ich zuerst das übergeordnete Netz, das Supernet: 10.20.64.0 mit der Maske /24. Darunter folgen die Anforderungen, eine Zeile pro Netz im Format „Name: Hosts“. Jedes Segment braucht ein Gateway, deshalb trage ich jeweils eine Adresse mehr ein: 51, 21, 11 und 7.

Warum das wichtig ist, zeigt das Management-Segment. Sechs Geräte passen genau in ein /29, denn dort sind von acht Adressen sechs nutzbar. Mit Gateway sind es aber sieben, und dann muss es ein /28 sein.

VLSM-Planer im OT Subnet Calculator mit Supernet und Maske sowie Host-Anforderungen im Format Name: Hosts, eine Zeile pro Netz
Im VLSM-Planer steht oben das Supernet, darunter eine Anforderung pro Zeile.

Schritt 2: Das Ergebnis lesen

Der Planer vergibt die Teilnetze nacheinander aus dem Supernet. Von Hand nachgerechnet, vom größten zum kleinsten Netz, sieht die Aufteilung so aus:

  • 10.20.64.0/26 (255.255.255.192): Steuerung, Hosts .1 bis .62, Broadcast .63
  • 10.20.64.64/27 (255.255.255.224): Bildverarbeitung, Hosts .65 bis .94, Broadcast .95
  • 10.20.64.96/28 (255.255.255.240): Linienrechner, Hosts .97 bis .110, Broadcast .111
  • 10.20.64.112/28 (255.255.255.240): Management, Hosts .113 bis .126, Broadcast .127
  • 10.20.64.128/25: frei als Reserve

Die Reihenfolge vom größten zum kleinsten Netz hat einen Grund: Ein /26 muss bei .0, .64, .128 oder .192 beginnen, ein /27 bei einem Vielfachen von 32. Fängt man mit den kleinen Netzen an, entstehen Lücken, die kein großes Netz mehr füllen kann. Die Größen der Präfixe und ihre Masken listet RFC 1878 übersichtlich auf; die Schreibweise mit Schrägstrich geht auf CIDR nach RFC 4632 zurück.

Schritt 3: Überschneidungen prüfen

Der Maschinenlieferant meldet für seine Fernwartung das Netz 10.20.66.0/23. Im Overlap Check vergleiche ich es mit dem Linienbereich 10.20.64.0/20. Das Ergebnis ist eindeutig: 10.20.66.0 bis 10.20.67.255 liegt vollständig innerhalb von Linie 4. Spätestens bei der dritten Zelle hätte es einen Adresskonflikt gegeben, der sich im laufenden Betrieb nur mühsam findet. Jetzt ist es eine E-Mail an den Lieferanten mit der Bitte um ein anderes Transfernetz. Das Ergebnis notiere ich mit Datum am Netz im IPAM, damit später nachvollziehbar ist, warum das Transfernetz geändert wurde.

Alle Adressen im Beispiel stammen aus dem privaten Bereich 10.0.0.0/8 nach RFC 1918. Konflikte entstehen deshalb nicht mit dem Internet, sondern mit anderen privaten Netzen, die irgendwann über VPN oder Router zusammenkommen.

Ansicht Subnetz anzeigen im OT Subnet Calculator mit IP-Adresse, Maske und Präfixauswahl sowie dem berechneten Netz mit Netzadresse und Netzmaske
„Subnetz anzeigen“ liest eine Adresse vollständig: Netz, Maske und Hostbereich.
IPAM-Netzwerkübersicht im OT Subnet Calculator mit Zählern für Ordner, Netze und Teilnehmer und einer Ordnerliste
Im IPAM stehen Ordner, Netze und Teilnehmer; ein Ordner kann einen Standort oder Kunden abbilden.

Schritt 4: Im IPAM festhalten

Damit der Plan nicht nur auf meinem Gerät existiert, lege ich ihn im IPAM an: einen Ordner für das Werk, darunter Linie 4 und Zelle 1. Jedes Netz bekommt CIDR, VLAN, Status und eine Notiz, Teilnehmer erhalten Hostname, IP- und MAC-Adresse. Die Netzprüfung meldet doppelte IPs, überlappende Netze, ungültige Gateways und Adressen außerhalb des Netzes. Über iCloud teile ich den Ordner mit dem Inbetriebnehmer, und für die Anlagenakte exportiere ich eine CSV-Datei. Welches Gerät an welchem Switch-Port hängt, dokumentierst du in OT SwitchPort.

Was die App nicht kann

  • Das echte Netz sehen: Der OT Subnet Calculator rechnet und dokumentiert, was du einträgst. Welche Geräte tatsächlich im Netz hängen, zeigt er nicht. Welche Dienste dort erreichbar sind, prüfst du mit dem OT Port Checker.
  • Die Planung abnehmen: Wie viel Reserve eine Zelle braucht und welche Segmente sinnvoll sind, bleibt deine Entscheidung.
  • Auf älteren Geräten laufen: Die aktuelle Version setzt iOS 26.2 voraus.
  • Android: Die App gibt es nur für das iPhone.

Was kostenlos ist und was Pro kostet

Die Basisrechner sind kostenlos. IPAM, Zusammenarbeit und die erweiterten Werkzeuge schaltet Pro dauerhaft frei, ohne Abo. Berechnungen, Favoriten, Verlauf und lokal angelegte Daten brauchen kein Benutzerkonto. iCloud-Synchronisation und gemeinsame Bearbeitung laufen nur, wenn du sie aktivierst. Wer Subnetting erst lernt, findet in der App außerdem Bit-Visualisierung, Schritt-für-Schritt-Erklärungen, Praxisfälle, ein Quiz und ein Cheatsheet. Damit lässt sich das Beispiel aus diesem Artikel auch Bit für Bit nachvollziehen.

Fragen zum Berechnen von VLSM

Was bedeutet VLSM?

Variable Length Subnet Masking: Ein Netz wird in Teilnetze mit unterschiedlich langen Präfixen geteilt, damit jedes Segment so groß ist wie nötig und nicht alle gleich groß sein müssen.

Warum das größte Teilnetz zuerst?

Weil jedes Teilnetz an einer Grenze beginnen muss, die zu seiner Größe passt. Werden große Netze zuerst vergeben, bleiben keine unbrauchbaren Lücken zurück.

Muss ich das Gateway mitzählen?

Ja. Das Gateway belegt eine Adresse im Segment. Sechs Geräte plus Gateway passen nicht mehr in ein /29 mit sechs nutzbaren Adressen.

Was prüft der Overlap Check?

Ob sich Netze überschneiden, zum Beispiel ein Fernwartungsnetz mit dem Adressbereich einer Linie. So fallen Konflikte auf, bevor die Netze verbunden werden.

Ist der OT Subnet Calculator kostenlos?

Die Basisrechner ja. IPAM, Zusammenarbeit und erweiterte Werkzeuge gibt es mit Pro als dauerhafte Freischaltung ohne Abonnement.

Quellen

Stand: 21.10.2026.

Aktualisiert am 21. Oktober 2026.

Netze planen statt raten

Rechner, IPAM und Pro-Funktionen sind auf der App-Seite beschrieben. Der OT Subnet Calculator läuft auf dem iPhone.

OT Subnet Calculator ansehenApp Store öffnen

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